25. Dezember: GETROCKNETE BALGFRÜCHTE DER NIESWURZ

Die Nieswurz gehört zu einer Gattung aus der Familie der Hahnenfußgewächse. Sie ist als frühe Blüherin im Spätwinter/Frühjahr bekannt und stark giftig. 

Die Frucht der Nieswurz ist ein Balg – das ist eine trockene, aufspringende Sammelfrucht, die aus einem einzelnen Fruchtblatt entsteht. Da die Nieswurz mehrere Fruchtblätter besitzt, bildet sie in der Regel 3–5 getrennte Balgfrüchte, die sternförmig um den Blütenboden angeordnet sind. 

Die Verbreitung der Nieswurz-Samen ist besonders interessant: Die Samen besitzen ein nahrhaftes, fetthaltiges Anhängsel (Elaiosom), welche für Ameisen sehr attraktiv sind und sie dadurch zu Transporthelfer werden.


24. Dezember: HUT DER MOHNKAPSEL

Die Mohnarten bilden eine trockene Porenkapsel, in der zahlreiche kleine Samen liegen. Die Kapsel ist kugelig bis eiförmig und besitzt oben eine flache, sternförmige Struktur – den sogenannten «Hut». Dieser ist der Narbenstrahlkranz (Stigma-Ring) – ein verholzter oder lederartiger Deckel, der ursprünglich das Narbensystem der Blüte war.

Der Hut schützt später den Samen vor Feuchtigkeit und Schmutz und er ermöglicht durch darunterliegende Poren einen kontrollierten Samenauswurf, sobald Wind oder Bewegung an der trockenen Kapsel rütteln. 


23. Dezember: SCHOTE DES FLAMMENBAUMES

Auch Kaiserbaum, Flamboyant oder Flame Tree genannt, ist einer der spektakulärsten Blütenbäume der Tropen.

Der Baum hat eine extrem auffällige Scharlachrot-orange Blüte, große, farnähnliche, doppelt gefiederte Blätter und sehr prominente Samenschoten.

Die Fruchtschoten sind botanisch außergewöhnlich und gehören zu den härtesten unter den Leguminosen. Jedes der Fächer entspricht einem Samenplatz. Die harte Schote schützt die Samen in tropischen Bedingungen wie z.B. gegen Fraßfeinde, Schimmel und Insekten, Aufplatzen bei Feuchtigkeit und ermöglicht Langzeitüberdauerung am Boden und im Wasser.

Die Reifung dauert oft monatelang, und wenn die Schoten schließlich herunterfallen, klappern die losen Samen darin laut – ein typisches Geräusch in Regionen mit Flammenbäumen.


22.Dezember: FRUCHTKAPSEL DER BLASENESCHE

Die Blasenesche ist ein aus Ostasien stammender, sehr dekorativer Zierbaum, bekannt durch seine leuchtenden Blüten und die auffälligen, laternenartigen Fruchtkapseln.

Die blasigen, papierartigen und sehr leichten Kapselfrüchte sind anfangs zart grün, dann rosé, schließlich bronze- bis kupferfarben und bleiben bis weit in den den Herbst am Baum hängen. Die Kapselfrüchte sind triangulär aufgebaut und in jeder der drei Kammern liegen runde, schwarzbraune Samen.

Die Kapseln bleiben lange haltbar und eignen sich sehr gut für Trockenfloristik und Deko.


21. Dezember: SEEIGELGEHÄUSE (TEST)

Der Test ist das harte, äußere Skelett eines Seeigels. Er bleibt übrig, wenn das Tier stirbt und die Weichteile sowie die Stacheln zerfallen. Er besteht aus vielen kleinen, perfekt ineinander passenden Kalkplatten – ähnlich einem Mosaik. 

Die kleinen knubbelartigen Punkte auf der Oberfläche sind Stachelhöcker (Tuberkel), wo früher die beweglichen Stacheln mit kugelgelenkartigen Strukturen befestigt waren. Dazwischen liegen Porenpaare, durch die beim lebenden Tier die Ambulakralfüßchen herausragten – kleine, flexible Röhrenfüßchen zur Fortbewegung und zum Greifen.

Zudem hat ein Seeigeltest markante Öffnungen:
- Oben die Periproctalöffnung: Bereich um den After.
- Unten das Peristom: normalerweise eine größere Öffnung für die Mundregion mit dem komplexen Kauapparat (Laterne des Aristoteles).


20. Dezember: FRUCHTKAPSEL DER CHINESISCHEN KLEBSAME

Der «chinesische Klebsame» ist ein immergrüner Strauch aus der Familie der Klebsamengewächse (Pittosporaceae). Viele Arten dieser Familie haben für sie typische, klebrige Samen – daher der Name. 

Die chinesische Klebsame bildet charakteristische, dreiklappige Fruchtkapseln, deren Samen in einer zähen, harzigen Klebemasse sitzen. Diese Masse schützt die Samen und dient zur Verbreitung, in dem die Samen an Fellen von Tieren haften bleibt. So kombiniert die Pflanze effektiven Schutz mit einem spezialisierten Ausbreitungsmechanismus.


19. Dezember: SCHOTE DES JOHANNISBROTBAUMES

Der Johannisbrotbaum ist ein immergrüner, äußerst trockenheitsresistenter Mittelmeerbaum, der sehr alt werden kann. Seine unverwechselbaren Früchte sind lange, dicke, dunkelbraune bis fast schwarze Schoten, die ein süßliches Fruchtfleisch und sehr harte Samen enthalten. Aus diesen Samen wird Johannisbrotkernmehl gewonnen, während das Fruchtfleisch zu Carobpulver verarbeitet wird – einem natürlichen, koffeinfreien Schokoladenersatz. Die gleichmäßigen Samen lieferten früher sogar die Grundlage für die Gewichtseinheit «Karat».


18. Dezember: VERTROCKNETER PALMBLÜTENSTAND

Wenn eine Palme blüht, bildet sie einen Blütenstand (Infloreszenz). Dieser Blütenstand sieht oft wie ein großer Wedel, eine verzweigte Rispe oder eine Art Traube aus. Am Blütenstand entstehen nach der Bestäubung die Früchte.

Die Verzweigungen dieses vertrockneten Exemplares sind sehr fein und gleichmäßig – typisch für männliche Blütenstände. Diese tragen nie Früchte.


17. Dezember: GESTOCKTES HOLZ (GIRAFFENHOLZ)

Es ist ein natürlicher Prozess, der besonders häufig an Flussufern vorkommt. Wenn verschiedene holzabbauende Pilze (z.B. Weißfäule- oder Braunfäulepilze) in feuchtem, totem Holz aufeinandertreffen bilden sie dunkle Abgrenzungslinien (Zone Lines). Diese Pilze verursachen:
- helle, weiche Bereiche (durch Abbau von Lignin oder Zellulose)
- Farbveränderungen (bläulich, grau, gelblich)

Wenn das Holz irgendwann trocknet, stirbt der Pilz ab, das Muster bleibt allerdings dauerhaft erhalten.


16. Dezember: BIMSSTEIN

Bims ist ein natürliches vulkanisches Gestein, das extrem leicht, porös und schwimmfähig ist. Er entsteht, wenn gasreiche Lava bei einem explosiven Vulkanausbruch schlagartig abkühlt und das in ihr enthaltene Gas entweicht. Dabei «schäumt» die Lava regelrecht auf und erstarrt zu einem sehr porösen, leichten Gestein. 

Bimsstein wird in vielen Bereichen verwendet: so z.B. in Gartenbau, Bauindustrie, Hydrokultur, in Terrarien und Aquarien als Drainage oder in Kosmetikprodukten. 


15. Dezember: AUSGEWASCHENES RHIZOM

Ein Rhizom ist ein unterirdischer, horizontal wachsender Spross, der entweder Triebe nach oben und Wurzeln nach unten bildet und oft runde Mulden ehemaliger Sprossansätze zeigt. Es dient der Speicherung von Nährstoffen, der vegetativen Vermehrung und der Stabilisierung der Pflanze. 

Dieses an der Reuss gefundene Rhizom – wahrscheinlich von einer Wasser- oder Uferpflanze – hat wohl durch Alterung, Verrottung und Wassererosion diese sehr skulpturale Formen angenommen.


14. Dezember: DRACHENHOLZ

Ein stark zerfressenes, löchriges Holzstück wird im deutschsprachigen Raum umgangssprachlich häufig «Drachenholz» genannt. Käferlarven wie z.B. Bockkäfer, Prachtkäfer, Holzwespen bohren Gänge ins Holz wodurch das typische labyrinthartige Muster entsteht. Durch starke Verwitterung und den Abbau durch Pilze fällt das weichere Holz weg, die härteren Strukturen bleiben erhalten. Das Ergebnis ist ein skulpturales, fast «mythisch» aussehendes Holzstück, das optisch an etwas Drachenartiges erinnert – daher der populäre Name.

Es ist aber nicht zu verwechseln mit dem «echten» Drachenholz. Dieses entsteht, wenn Aquilaria-Bäume durch Verletzungen oder Pilze unter Stress geraten. Der Baum reagiert darauf, indem er dunkles, stark duftendes Harz im Holz einlagert. Dieses harzreiche, wertvolle Holz nennt man Drachenholz/Adlerholz/Agarwood – berühmt für seinen einzigartigen Geruch und seine Seltenheit. 


13. Dezember: EICHENAPFELGALLE

Die Gemeine Gallwespe verursacht die typischen Eichenapfelgallen: große, runde, glatte Gallen mit oft dunklerer Zone oder Kranz an der Ansatzstelle. Sie entstehen (wie bei der Knoppergalle der Knoppergallwespe/4.Dezember) durch eine Reaktion der Eiche auf die Eiablage in junge Knospen. Die Galläfpel dienen den Larven als Schutzraum und Nahrung. Später bohren die jungen Gallwespen runde kleine Löcher aus der Galle heraus.

Auch die Gemeine Gallwespe hat zwei Generationen, eine davon macht die großen runden «Galläpfel», die andere winzige Gallen an der Eiche unterirdisch.


12. Dezember: EICHELHUT DER ZERREICHE

Die Zerreiche ist eine wärmeliebende, robuste Eichenart mit einem unverwechselbaren Merkmal: ihre stacheligen, zottigen Eichelhüte.

Dieser ist mit langen, faden- bis stachelartigen Schuppen bedeckt. Die langen elastistischen Schuppen wirken wie zottelige Borsten oder Stacheln, oft gedreht oder gekrümmt. Es sind aber keine echten Stacheln, sondern stark verwachsene, verholzte Hochblätter (Brakteen). Sie dienen dem Schutz, der Feuchtigkeitsregulation und der Tarnung der Eichel und machen die Art eindeutig erkennbar.


11. Dezember: TEIL EINES WESPENNESTES

Im Frühjahr gründet eine befruchtete Königin ein neues Nest. Sie sucht einen geschützten Ort (z.B. Dachboden, Baumhöhlen, Rollokästen) und beginnt mit dem Bau einiger weniger Waben. Sobald die ersten Arbeiterinnen schlüpfen, übernehmen sie den weiteren Nestbau, während die Königin nur noch Eier legt.

Wespennester bestehen aus papierartigen Holzfasern, haben ihre charakteristische rundlich-geschichtete Form wegen Stabilität, Klima- und Schutzfunktion und dienen als Brut- und Lebensraum eines Wespenvolkes, welches aus je nach Art tausenden Individuen besteht.


10. Dezember: EINJÄHRIGES SILBERBLATT

Das einjährige Silberblatt gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse und kommt ursprünglich aus Süd- und Mitteleuropa. Aber die Pflanze ist mit ihren wunderbaren meist violetten Blüten auch hierzulande weit verbreitet und in den Gärten oft anzutreffen. Die berühmten silbrig schimmernden, runden Samenstände entstehen nach der Blüte. Die Schoten sind zuerst grün, trocknen dann ein und geben die durchscheinenden silbernen Scheiben frei.


9. Dezember: SAMENKAPSELN DES KARMINROTEN ZYLINDERPUTZERS

Der Zylinderputzer gehört zur Familie der Myrtengewächse und stammt ursprünglich aus Australien. Sein Markenzeichen sind die leuchtend karminroten, bürstenartigen Blüten, die wie Flaschen- oder Zylinderputzer aussehen. Die Blüten ziehen massenhaft Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten an.

Nach der Blütezeit entstehen holzige, kugelige Kapseln, die in dichten Reihen am Zweig sitzen. Öffnen sie sich – oft erst nach langer Zeit oder nach Stress (ähnlich wie Eukalyptus) – fallen daraus die feinen, staubigen Samen.


8. Dezember: SAMENKUGEL DER PLATANE (INNENTEIL)

Die Samenkugeln (Fruchtstände) sind eines der auffälligsten Merkmale der Platane. Sie bleiben über den Winter am Baum hängen. Nach der Bestäubung der weiblichen Blütenköpfchen verdichten sich viele kleine Früchtchen (Nüsschen). Um jedes Nüsschen bildet sich ein Kranz aus feinen, haarigen Anhängseln. Sie reifen im Herbst, die Kugeln bleiben aber hart und geschlossen bis sie im Frühjahr des Folgejahres zerfallen.

Beim Zerfall lösen sich die unzähligen kleinen Fruchtteilchen («Nüsschen»), dabei dienen die feinen, flaumigen Härchen als Flugorgane. So trägt der Wind die Samen fort.


7. Dezember: BAUM-HASEL

Die Baum-Hasel ist ein großer, pflegeleichter und sehr widerstandsfähiger Straßen- und Parkbaum mit pyramidenförmigem Wuchs und hübschen Kätzchen. Sie verträgt Trockenheit, Hitze und städtische Belastungen außergewöhnlich gut. Damit zählt sie zu den wertvollsten Zukunftsbäumen in urbanen Gebieten.

Die Nüsse sitzen in grossen, borstigen Hüllen, sind essbar aber kleiner, schwerer zu knacken und geschmacklich schwächer als die kultivierte Haselnuss.


6. Dezember: GETROCKNETE FRUCHT DES NORFOLKEIBISCH

Die Pflanze Norfolkeibisch ist auch bekannt unter dem Namen Norfolk Island Hibiscus. Sie gehört jedoch nicht zu den echten Hibiskusarten (Hibiscus), sondern zur verwandten Familie der Malvengewächse.

Der Norfolkeibisch ist ein hübscher, immergrüner Zierbaum mit rosafarbenen hibiskusähnlichen Blüten und hoher Toleranz gegenüber Wind, Trockenheit und Salz. Die holzig und kapselartigen Früchte weisen im Innern zahlreiche Samen mit feinen, brennenden Fasern auf, welche stark haut- und schleimhautreizend sein können. Die getrocknete Frucht ist jedoch ungefährlich.


5. Dezember: KAKTEENSKELETT

Ein Kakteenskelett entsteht, wenn eine große Kaktee abstirbt und das weiche Gewebe verwittert, während das innere verholzte Stützgerüst übrig bleibt. Dieses «Skelett» kann über viele Jahre stehen bleiben und zeigt die beeindruckende Architektur des Pflanzeninneren.


4. Dezember: GALLE DER KNOPPERGALLWESPE

Verschiedene Gallwespenarten nutzen die Eiche als «Bioreaktor», um aus einem Teil der Eichel eine Galle zu bilden, in der ihre Larve geschützt heranwächst. Für dieses Exemplar ist die Knoppergallwespe verantwortlich. Die Weibchen der 1. Generation legen im Sommer ihre Eier in die noch jungen Fruchtanlagen der Stieleiche. Der Baum reagiert auf die chemischen Signale und bildet aus neuem Gewebe eine Galle woraus im Frühjahr je eine Gallwespe schlüpft. Die 2. Generation von Gallwespen entwickeln sich aus winzigen Knospengallen an Traubeneichen. Beide Eichentypen braucht es um einen vollständig funktionierenden Zyklus der Gallwespe zu gewährleisten.


3. Dezember: WILDE MÖHRE (GETROCKNET)

Die Wilde Möhre ist die ursprüngliche Form unserer Gartenmöhre und eine vielseitige, zweijährige Wildpflanze trockener Standorte. Sie gehört zur Familie der Doldenblütler und ist in Europa, Westasien und Nordafrika heimisch. Heute ist sie nahezu weltweit verbreitet.

Sie ist ökologisch wertvoll, ein Magnet für Insekten und in Teilen essbar. Ihre dunkle Blüte in der Dolde, ihr Möhrenduft und der nestförmige Fruchtstand machen sie leicht erkennbar – dennoch ist Vorsicht geboten wegen der Verwechslung mit giftigen Doldenblütler.


2. Dezember: SCHWARZNUSS

Die Schwarznuss ist ein großer, robust wachsender Laubbaum aus Nordamerika mit aromatischen Nüssen und äußerst wertvollem Holz. Sie ist ökologisch interessant durch ihre chemische Wechselwirkung und wird wegen ihrer Ästhetik und ihrer wirtschaftlichen Bedeutung weltweit gepflanzt.

Früchte: Runde, dunkle, sehr harte Nüsse, die wie die Walnuss erst in einer dicken grünen Fruchthülle stecken. Der Kern ist essbar, sehr aromatisch und intensiver als bei der heimischen Walnuss. Die Schwarznuss hat allerdings eine extrem harte Schale und ist daher schwer zu knacken.


1. Dezember: ASTFLECHTE

Die Astflechte ist eine typische Strauchflechte mit bandförmigen, verzweigten Strukturen und wächst bevorzugt auf dünnen Zweigen von Laub- und Nadelbäumen – daher ihr Name. Sie ist in Mitteleuropa weit verbreitet. Flechten sind langlebige Symbiosen aus Pilz und Alge, extrem anpassungsfähig und empfindlich gegenüber Luftschadstoffen. Sie sind also ein Bioindikator für saubere Luft. 

Es gibt unzählige Arten von Flechten, schätzungsweise etwa 2500 Arten alleine in Europa. Und es werden weltweit immer wieder neue Arten beschrieben. 

 
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